Textverarbeitung auf dem Mac - wie ist das möglich?

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Bisher waren die Posts auf diesem Blog ja sehr “applefreundlich”, aber jetzt muss ich mich auch mal beklagen. Ich habe nach nun fast 3 Monaten immer noch keine gute Möglichkeit gefunden, meine Dokumente auf dem Mac ordentlich zu schreiben bzw. zu verwalten.

Ich will hier mal die verschiedenen Möglichkeiten vorstellen, die ich bisher probiert habe:
(Wer weitere Ideen oder Ratschläge hat, einfach nen Kommentar hinterlassen..)

Office 2007 (Win) per Vmware Fusion

vmwarefusion

Eigentlich kann ich dort noch zwei Unterkategorien machen, da ich zuerst nur meine Boot-Camp Partition in Vmware Fusion geladen hatte, später jedoch noch eine “richtige” VM hinzugefügt habe. Nur bei letzterer Option kann man die VM nämlich auch anhalten und dann später auch wieder schneller starten. Das dauert dann nicht mehr ganz so lange, aber um mal schnell ein Dokument aufzumachen doch einfach noch zu lang.

Das Problem daran ist aber auch: Fusion schnappt sich einfach zu viel Arbeitsspeicher und somit kann es auch nicht einfach im Hintergrund weiterlaufen lassen - auch nebenher andere Sachen arbeiten ist teilweise nicht wirklich erträglich.

Office 2007 (Win) per Crossover Mac

crossovermac

Vor einiger Zeit wurde diese Software kostenlos einen Tag lang angeboten, ich muss ehrlich zugeben, dass ich damals das Paket einfach mal gezogen habe, jedoch nie ausprobiert habe. Zudem wusste ich nicht einmal genau, was das Tool denn macht, bis ich neulich in einer Mac-Zeitschrift mehr darüber erfahren habe.

CrossOver Mac allows you to install many popular Windows applications and games on your Intel OS X Mac. [...] Once installed, your application integrates seamlessly in OS X. Just click and run your application directly from the OS X Finder. Clicking a Windows file or document — including email attachments — will launch the appropriate Windows program, allowing you to work on the files. Best of all, you do it all easily and affordably, without needing a Microsoft operating system license.

Danach hab ich das gleich zuhause ausprobiert und war eher enttäuscht. Die Installation geht durchaus reibungslos von Statten und die Tatsache, dass man keine Windows Lizenz benötigt, ist natürlich auch angenehm. Aber gleich beim ersten Einsatz fiel mir ein großes Manko auf: Kein Drag & Drop von Dateien aus der Mac Umgebung raus. Und irgendwie mache ich das doch ziemlich oft, schnappe mir ein Bild vom Desktop und ziehe es in das Word Dokument rein.

Weiters Manko: Die Shortcuts Command + Z usw. werden nicht unterstützt, was meinen Workflow auch irgendwie etwas stört. Zudem ist z. B. der “Öffnen” Dialog ein nativer Windows Dialog, d. h. man hat keine Finder-Favorites in der Sidebar und muss sich erstmal mühsam durchhangeln.

Von der Performance war das Ganze okay bis gut, die Darstellung war aber auch sehr gewöhnungsbedürftig und irgendwie… unscharf. Die Schriftarten wurden seltsam geglättet und irgendwie möchte ich dann bei nem Lebenslauf schon eher ein WYSIWG-Erlebnis haben.

Office 2008 (Mac)

officeformac

Dann gibt es natürlich noch Microsoft Office für den Mac. Und damit war ich anfangs auch zufrieden, schnell mal ein Dokument von Komilitonen öffnen, eine Powerpoint Präsentation noch kurz abändern, funktioniert alles. Aber erst heute habe ich ein gerade mal vierseitiges Dokument verfasst und dann schwoll diese Applikation doch auf über 1 GB Arbeitsspeicherverbrauch an. Das wäre an sich natürlich kein Problem, wenn dazu nicht noch 3-4 minütige Beach-ball Wartezeiten dazu kamen.

Powerpoint hat sich da bisher noch relativ gut verhalten, auch die Darstellung auf Windows Rechnern verlief nahezu reibungslos, natürlich habe ich auf ausfällige Animationen verzichtet. Auch hier war ab und zu mal ein Absturz zu verkraften, aber naja - damit kann ich dann auch leben. (Ich weiß wo der “Speichern” Button ist…)

Excel verwende ich zur Zeit auf der Arbeit so viel, dass ich es zu Hause nicht ein einziges Mal aufgemacht habe. Ein kurzer Blick verrät jedoch, dass auch hier auf die komplett andere Bedienoberfläche gesetzt wird, wie in allen Office for Mac Produkten. Usability-technisch will ich mich hier nicht zu weit aus dem Fenster lehnen - ich komme auf jeden Fall mit den Ribbons besser zurecht als mit dem Inspektor auf dem Mac.

Apple iWork (Mac)

iwork

Mein vorerst letzter Versuch brach mich dann zu Pages. Bisher hatte ich nur gehört:

“iWork kauft man sich eigentlich nur wegen Keynote, Pages und Numbers sind nicht wirklich brauchbar.”

Keynote habe ich dann erst letzte Woche für eine Präsentation verwendet und ich bin echt begeistert! Ein paar Features, die mir besonders gefallen:

  1. Die “schlauen” Positionierungshelfer (gelbe Linien, die einem zeigen ob das Objekt zentriert oder bündig mit einem anderen Objekt ist)
  2. Die Einfachheit der Folienvorlagen, irgendwie habe ich mich sofort zurecht gefunden
  3. Die Moderatoransicht, die man sich komplett selbst aufbauen kann und die sich im Praxiseinsatz als sehr nützlich erwiesen hat.

Pages habe ich neulich mit einem kurzen Dokument getestet und es ist noch zu früh, ein Urteil zu fällen. Die Performance war bei meinem 1 1/2 Seiten Dokument jedoch nicht zu bemängeln.

Das große Problem daran ist: Ich muss drei Projektarbeiten mit anderen Komilitonen zusammen erstellen. Und um sich mal was hin und her zuschicken ist ein .doc oder neuerdings sogar ein .docx einfach am besten. (Klar, PDFs können auch Kommentare bekommen - bei Layoutanpassungen usw hört es dann natürlich auf.)

Die Lösung?

Okay, es gibt sicherlich noch andere Möglichkeiten, LaTex wäre evtl. eine. Ich bin jedoch mehr der WYSIWG Typ - klingt komisch, ist aber so. Auch Sachen wie Neo Office habe ich noch nicht getestet, dort werden jedoch sicherlich ähnliche Formatprobleme gelten.

Ich denke, ich werde einfach demnächst meinen alten Windows Laptop wiederbeleben, ihn erstmal neu aufsetzen und dieses Gerät dann als reine Arbeitsmaschine verwenden. Evtl. dann auch über VNC bedienen, die Tastatur beim MBP ist einfach viel angenehmer..

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3 Responses to “Textverarbeitung auf dem Mac - wie ist das möglich?”

  1. recipient Says:

    OpenOffice? Das gibt’s für alle wichtigen Betriebssysteme.

    Für die gemeinsame Bearbeitung(!) von Dokumenten würde ich aber sowieso gleich auf ein webbasiertes Werkzeug wie Google Docs, Zoho oder ThinkFree setzen.

    Eine wie auch immer geartete Virtualisierungslösung wäre jedenfalls so ziemlich das letzte, was mir im Zusammenhang mit Textverarbeitung einfallen würde.

  2. Michael Says:

    Google Docs hat sich da bisher schon sehr bewährt, das stimmt. Sobald es jedoch um genaue Anpassung an die Richtlinien der Uni geht (Zeilenabstand, Formatvorlagen etc.) muss man wieder umsatteln. Aber für die Konzeptionsphase in der Gruppe auf jeden Fall sehr gut.

    Zoho und ThinkFree kenne ich noch nicht, werde ich mir mal anschauen.

  3. Marc Says:

    Also ich bevorzuge auch die Google Docs Variante was die zusammenarbeit an Texten angeht, klappt echt anständig.
    Wenn dann mal der Text fertig ist kann man ihn sich ja als doc/odt/sonstwas runterladen und manuell das Layout zurechtfrickeln (entweder das macht jemand anders ODER du nutzt eben mal kurz MS Office in Crossover)

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